14 Nationen beim Internationalen Waterland-Marathon in Amsterdam
Zum 52. Waterland Marathon in Amsterdam hatten sich 114 Teilnehmer aus vierzehn Nationen (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Groß-Britannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Schweiz, Spanien, Südafrika, Tschechien, Ungarn) angemeldet. Diese traditionsreiche Veranstaltung hat bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren und ist im Frühjahr für alle Marathonis immer das erste Kräftemessen auf internationalem Niveau. Der idyllische Rundkurs, der durch die Umgebung von Amsterdam führt, beträgt 24 Kilometer und beinhaltet zwei Portagen.
Nach zehn Kilometern muss bei der Schleuse in Monnickendam ein erstes Mal umgetragen werden. Hier befindet sich auch der Start zur 14-Kilometer langen Strecke für alle unter 16jährigen Sportler und Sportlerinnen und Hobbykanuten. Etwas ganz besonderes ist bei diesem Rennen die zweite Portage kurz vor Ilpendam, bei der alle Teilnehmer mit Schwung vom Kanal auf die Schilfböschung fahren müssen, um anschließend querfeldein über eine Wiese zu rennen und in einen schmalen Graben wieder einzusetzen. Üblich beim Marathon sind Steg- oder Strandportagen im flachen Wasser. Hier aber fällt die Uferkante des Kanals sofort senkrecht ab. Fährt man mit zu wenig Schwung aufs Ufer, kentert man zwangsläufig beim Aussteigen, weil die Füße keinen Halt finden. Zahlreiche Teilnehmer ereilte dieses Schicksal. Die Bremer waren jedoch alle gut vorbereitet und meisterten diese Herausforderung. Natürlich sorgten auch die Massenstarts mit den großen Teilnehmerfeldern für viel "Kabbelwasser" und zusätzliche Action bzw. Kenterungen.
Von den Bremern startete um 13 Uhr zuerst Markus Wenzel (Herren Senioren) gemeinsam mit den Damen Senioren, der Damen Leistungsklasse und den Juniorinnen (ü16). Insgesamt starteten hier 56 Boote gleichzeitig. Markus kam nach 2:22:13.2 Stunden und 24 anstrengenden Kilometern als einundzwanzigster von dreiunddreißig Teilnehmern erschöpft, aber zufrieden ins Ziel.
Nur zehn Minuten später erfolgte der Start für alle unter 16-Jährigen und Hobbykanuten, die mit 14 Kilometern etwas mehr als die halbe Runde bewältigen mussten. Martha Jessen war hier mit 13 Jahren die jüngste Fahrerin, trotzdem gewann sie in der Zeit von 1:35:49.8 Stunden mit nur siebeneinhalb Minuten Rückstand zur 15-jährigen Siegerin Vandaele Febe (Belgien) sogar Silber. Jona Schiebel belegte (ebenfalls mit 12 Jahren der Jüngste in seiner Altersklasse) den fünften Platz (1:27:03.5). Für beide war es die erste Teilnahme beim Waterland-Marathon und sie können sehr stolz darauf sein, sowohl die Strecke als auch die Portage so gut bewältigt zu haben.
Um 13:20 Uhr schließlich wurde das mit 58 Booten größte und schnellste Feld der Herren Leistungsklasse und der Herren Junioren (ü16) gestartet. Mit dabei Sirko Jessen und Björn Peters bei den Junioren. Während Sirko bereits im vergangenen Jahr auf der Jugendstrecke gestartet ist, war es für Björn die erste Teilnahme. Beide positionierten sich beim Start mutig in der zweiten Reihe des großes Feldes und hatten erwartungsgemäß auf den ersten zwei Kilometern mit den Wellen, die durch die Spundwände immer wieder zurückgeworfen wurden, ordentlich zu kämpfen. Während Sirko nach 2.00:20.2 Stunden mit knapp 19 Minuten Rückstand auf den Sieger aus Italien (Platz 2 und 3 gingen an Großbritannien) als zweitschnellster deutscher Junnior ins Ziel kam, hatte Björn Pech: Er knickte in der ersten Portage unglücklich mit dem Fuß um, kenterte anschließend beim Einstieg und musste das Rennen leider abbrechen. Im gleichen Starterfeld dabei waren auch Martin Schubert und Marcel Paufler. Martin lieferte ein hervorragendes Rennen ab und überquerte in der Zeit von 1:53:53.2 Stunden auf Rang 24 von 39 gestarteten LK-Booten die Ziellinie.
Marcel, der aufgrund einer akuten Verletzung etwas gehandicapt war, ging sowohl den Start als auch die Portagen bewusst ruhiger an und vermied Sprintduelle. So schaffte er es in der Zeit von 1.43:35.9 Stunden als schnellster deutscher Fahrer mit dem 9. Platz eine Top-Ten-Platzierung herauszufahren. Sieger wurde zum dritten Mal in Folge der Brite James Russell vor Philip Knudsen (Dänemark) und Syver Borge Saksvik aus Norwegen.
Resümee: Eine Teilnahme am Waterland-Marathon lohnt sich immer: Die abwechslungsreiche Naturstrecke, herausfordernde Portagen und große Startfelder, die es so in Deutschland nirgendwo gibt, sowie eine tolle Atmosphäre unter den Athleten. Einfach perfekt, um wertvolle internationale Wettkampferfahrungen zu sammeln. Ein herzliches Dankeschön an die Gastgeber und das Orga-Team der KV Viking Amsterdam, welche wieder für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben.