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Kampf gegen die Hitze bei Marathon-EM in Rumänien

Nun war es endlich so weit: Der Saisonhöhepunkt im Kanu-Marathon, die Europameisterschaften im rumänischen Pitesti/Bascov. Mit dabei vom Verein Störtebeker Bremer Paddelsport Marcel Paufler (31). Er hatte sich bereits im Mai als Deutscher Meister sowohl über die Kurzdistanz als auch die klassische Langdistanz direkt das EM-Ticket gesichert. Die EM fand von Mittwoch bis Sonntag auf der Regattastrecke Bascov-Budeasa statt. Die An- und Abreise erfolgte diesmal glücklicherweise per Flugzeug, was eine große Zeitersparnis bedeutete. Die Boote wurden bereits im Voraus über den Landweg transportiert.

Nach der Eröffnungsfeier am Mittwoch lag Marcel bereits am Donnerstagvormittag das erste Mal an der Startlinie und legte einen starken Auftakt hin: Im ersten Vorlauf über die Short-Race Distanz von 3,4 Kilometern (drei Runden mit zwei Portagen) belegte er souveränen den fünften Platz und qualifizierte sich somit sicher für das Finale am späten Nachmittag. Hier lief es zunächst nicht ganz so gut. Nachdem er sich in der Nachstartphase zunächst im hinteren Teil des Feldes wiederfand, arbeitete er sich im Rennverlauf kontinuierlich vor. In der letzten Runde schloss er einmal mehr zur vor ihm liegenden Gruppe um den Schweden Joakim Lindberg und den Spanier Javier Lopez auf, überholte beide auf der Zielgraden und musste sich erst im Endspurt hauchdünn Lindberg geschlagen geben. Vor Lopez kam er mit einer Fahrzeit von 14:36.40 Minuten als Zwölftplatzierter ins Ziel. Europameister wurde Mads Pedersen (Dänemark) vor Jon Vold (Norwegen) und Adrian Martin (Spanien).

Geprägt waren alle Wettkampftage von großer Hitze, mit der die Athletinnen und Athleten zurechtkommen mussten. So war es von großer Bedeutung, vor und zwischen den Rennen sehr darauf zu achten, möglichst wenig draußen und in der Sonne unterwegs zu sein, was sich bei einer Sportart wie Kanu-Marathon allerdings alles andere als einfach gestaltet. Nach einem wettkampffreien Tag stand für Paufler am Samstag das Rennen über die klassische Langdistanz im Kajakeiner der Herren auf dem Programm. In diesem Fall waren 29,8 Kilometerzu absolvieren (= acht Runden mit sieben Portagen). Bei den Portagen handelt es sich um jeweils ca. 250 Meter lange Laufpassagen, welche die Sportlerinnen und Sportler mit ihren Booten, unmittelbar vor den Regattatribünen, sprinten müssen. Auch dieses Rennen fand wieder am Nachmittag bei Temperaturen von über 30 Grad statt. Nach dem Start bildete sich zunächst eine große Führungsgruppe und auch Paufler, der seine Stärke eher in der Distanz als im Start hat, konnte zunächst folgen. Nach einer halben Runde wurde das Tempo durch die Führenden kurzzeitig nochmal deutlich erhöht und Paufler musste abreißen lassen. Er nahm die Verfolgung in einer Gruppe, zunächst bestehend aus sechs Booten, auf. Zwar gelang es der Verfolgergruppe, das Tempo in den folgenden Runden konstant zu halten, allerdings gaben nach und nach Fahrer auf, mutmaßlich aufgrund der extremen äußeren Bedingungen oder einer falschen Renneinteilung. So dezimierte sich auch die Verfolgergruppe immer weiter, bis nur noch der Italiener Giulio Zugna mithalten konnte. Nach der vorletzten Portage setzte sich Paufler aber auch von ihm ab und kam in einer Zeit von 2:18:08.17 Stunden auf dem zehnten Platz ins Ziel. Auch hier siegte der Däne Pedersen vor dem Norweger Vold. Auf den dritten Rang fuhr mit Philip Knudsen das zweite dänische Boot.

Ein mit dem Ergebnis hochzufriedener, aber mit dem Rennverlauf durchaus hadernder Paufler zog somit ein positives Feedback. Die genaue Analyse der Rennen steht für die nächsten Tage noch aus, denn natürlich war es bei den heißen Bedingungen wichtig, mit den eigenen Kräften zu haushalten. Vielleicht wäre mit etwas mehr Risiko auch noch eine bessere Platzierung möglich gewesen. Nach der Rückkehr nach Bremen und der Rückkehr in den Arbeitsalltag steht in den nächsten Tagen aber erstmal Regeneration auf dem Trainingsplan.

 

Ergebnis Short-Race 1. Vorlauf
Ergebnis Short-Race 2. Vorlauf
Ergebnis Short-Race Finale
Ergebnis Long-Distance 29,8 Kilometer