Deutsche Kanu-Rennsport-Meisterschaft in Brandenburg an der Havel
Die 105. Deutsche Kanu-Rennsport- und Parakanu-Meisterschaft wurde vom 01.-06. September in Brandenburg a.d. Havel ausgetragen. Diese traditionsreiche Naturregattastrecke auf dem Beetzsee wurde bereits 1969 eröffnet. Mehr als 800 Teilnehmer aus 90 Vereine tragen hier die Titelkämpfe aus. Bei einer so großen Anzahl von Teilnehmern müssen zahlreiche Vor- und Zwischenläufe gefahren werden um einen Finalplatz der besten Neun zu erreichen. Die Ausscheidungsrennen begannen daher bereits am Dienstag.
Als einziger Störtebeker Athlet war der 17-jährige Sirko Jessen bereits am Montag angereist, um bei den Junioren auch über die Distanzen von 500 und 1000 Meter zu starten, musste jedoch feststellen, dass die Konkurrenz beeindruckend stark war und er im Kajakeiner auf beiden Distanzen die Qualifikation in den Zwischenlauf nicht erreichen konnte. Bei den Junioren über die 1000 Meter Strecke mussten vier Vorläufe gefahren werden (= 36 Teilnehmer), bei der 500 Meter Strecke waren es sogar sechs Vorläufe (= 54 Teilnehmer). Auch im Kajakzweier mit seinem Partner Björn Peters aus Plön hatten die beiden auf der 1000m Meter Strecke das Nachsehen. Über 500 Meter erkämpften sie sich jedoch einen vierten Platz und erreichten den Zwischenlauf. Obwohl sie hier ihre Zeit um zwei Sekunden verbessern konnten, reichte Platz 7 nicht für die Finalteilnahme.
Im Kajakvierer über 500 Meter zusammen mit Henry Mosen (Lilienthal), Malte Langer (Harle) und Anton Rau (Neumünster) startete Sirko für die RG Nord und belegte in der Zeit von 1:38:91 den fünften Platz im zweiten Vorlauf, denkbar knapp mit 1/100 Sekunde Vorsprung vor dem Boot der RG Sachsen. Für den Endlauf qualifizierten sich die ersten vier Boote aus beiden Vorläufen sowie das zeitschnellste fünftplatzierte Boot. Fünfte wurde im ersten Vorlauf das Team der RG Bayern, in der Zeit von 1:38:99 Minuten. Damit war das Team um Sirko das um 8/100 Sekunden schnellere und sie erreichten denkbar knapp doch noch das Finale, in dem sie den 9. Platz in der Zeit von 1:36:19 Minunten belegten. Leider konnte das Kleeblatt im Vorfeld in dieser Besetzung nicht gemeinsam trainieren, da wäre bei den engen Abständen sonst bestimmt noch etwas mehr "Luft nach oben" gewesen.
Am Wochenende zu den Langstreckenrennen waren noch weitere Störtebeker an die Havel gereist:
Bei den Schülerinnen A (13+14 Jahre) über 2000 Meter belegte die 13-jährige Martha Jessen in der Zeit von 11:21:85 Minuten den 24. Platz. Angemeldet waren zur diesem Rennen beeindruckende 49 Teilnehmerinnen. Obwohl einige 13-Jährige vor ihr die Ziellinie überquerten, war Martha immerhin die schnellste Teilnehmerin aus den fünf norddeutschen Bundesländern.
Bei den männlichen A-Schülern war mit 45 Booten ebenfalls ein großes Starterfeld gemeldet. Hier erkämpfte sich Jona Schiebel sogar den 14. Platz (10:08:15 Minuten) mit einem Rückstand von nur 1:12:15 Minuten auf die Siegerzeit. Ein großartiges Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die ersten zwölf Platzierungen von 14-jährigen Fahrern belegt wurden. Einziger 13-jähriger Fahrer, der schneller war als Jona, war mit nur einer knappen Sekunde Vorsprung Mael Matthieu Müller vom Kajak-Team Hessen.
Auch das Starterfeld bei den Junioren waren mit 44 Booten beeindruckend und eine Herausforderung. Sirko stellte sich dieser Herausforderung und belegte in der Zeit von 23:29:17 Minuten den 22. Platz. Damit war er hinter Maarten Wulff (Neubrandenburg, Platz 15) der zweitschnellste norddeutsche Juniorenfahrer. Der Abstand zu Elias Geike (Cottbus) dem amtierenden Deutschen Meister im Short-Race, der hier auf den 18. Rang fuhr, betrug nur noch knapp 15 Sekunden. Ein Erfolg für Sirko: Denn bei den Deutschen Short-Race Meisterschaften im Mai über 3.400 Meter waren es noch mehr als zwei Minuten.
Obwohl Marcel Paufler seit seinem Saisonhöhepunkt Ende Juni bei der Marathon-Europameisterschaft aufgrund beruflicher Verpflichtungen seinen Trainingsumfang stark reduzieren musste, startete er in der Herren Leistungsklasse über die 5000 Meter Strecke und belegte trotz eines taktischen Fahrfehlers in der Zeit von 21:36:91 Minuten den 7. Platz mit 42 Sekunden Rückstand auf den Sieger. In Anbetracht der aktuellen Trainingssituation ein hervorragendes Ergebnis. So haben die Störtebeker bei dieser Großveranstaltung spannende Wettkämpfe verfolgen und wertvolle Erfahrungen sammeln können, die ihnen sicherlich im nächsten Jahr zugute kommen werden und auf die sich jetzt gezielt weiter aufbauen lässt!
