“Paufler-Brüder bei WM Achte”

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Steuerschaden bremst Kanuten

von FRANK BÜTER - 10.09.2018 - WESER KURIER - SPORT

Vila de Prado. Es war ein beeindruckendes Bild, das die Boote am Sonntagnachmittag bei der Weltmeisterschaft im Kanu-Marathon der Männer im portugiesischen Vila de Prado abgaben. Dicht an dicht zogen sie auf de Cavado River durchs Wasser, bis zur Hälfte des Rennens war die Spitzengruppe noch ganz eng beisammen. Und mittendrin die Brüder Sven und Marcel Paufler vom Verein Störtebeker Bremer Paddelsport. An Position acht lagen sie zu diesem Zeitpunkt, mit nur elf Sekunden Rückstand auf die Führenden - das ließ hoffen.

Acht Runden mit einer Gesamtlänge von 29,8 Kilometern hatten die WM-Teilnehmer zu absolvieren, dazwischen lagen jeweils die Portagen, bei denen die Kanuten ihr Boot über Land tragen müssen. Bis auf Rang sechs kämpften sich die Bremer in der Folge vor und verkürzten dabei den Rückstand zum ersten Boot gar auf sechs Sekunden. Für mehr reichte es indes nicht. Denn in der sechsten Runde mussten der 23-jährige Marcel und sein drei Jahre jüngerer Bruder Sven Paufler die aus fünf Booten bestehende Spitzengruppe ziehen lassen. Ein Norweger aus dem Nachbarboot hatte ihnen mit dem Paddel ins Steuer geschlagen. Versehen oder Absicht? Marcel Paufler wollte sich da nicht festlegen. Unglücklich war es jedenfalls, fand der Bremer, der zwei Tage zuvor im Marathon-Einer der U23 Vize-Weltmeister geworden war.

Und es war ein Unglück mit Folgen. Das Steuer war nämlich derart verbogen, dass Sven Paufler das nun ständig nach ilnks ziehende Boot nur noch mit größtem Kraftaufwand auf Kurs halten konnte. Fast zwei Kilometer lang fuhren die Bremer quasi zick-zack und verloren viel Zeit. Immerhin gelang es Marcel Paufler, das Steuer bei der nächsten Portage wieder soweit gerade zu biegen, dass das Duo das Rennen fortsetzen konnte.

"Ärgerlich war das aber schon", sagte Marcel Paufler: Die Bremer, die sich körperlich auch in dieser Phase immer noch top-fit fühlten, fuhren zwar weiter auf Sicht, der Rückstand aber war nicht mehr aufzuholen. Am Ende ging es also nur noch um Positionen und Platzierungen. Nach 2:02:59,08 Stunden und damit etwas mehr als 40 Sekunden hinter den neuen und alten Weltmeistern Andrew Birkett und Hank McGregor aus Südafrika beendetete das Brüder-Paar das Rennen schließlich auf Rang acht. "Und damit", betonte Marcel Paufler, "damit sind wir unter diesen Umständen total zufrieden."