Zum dritten Mal in Folge: Deutsche Meister im Kanu-Marathon: Sven und Marcel Paufler

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Marcel Paufler - Deutscher Vizemeister im Kajakeiner der Herren

Ein heißes Wochenende im wahrsten Sinne des Wortes: Parallel zu den Wildwasser-Meisterschaften fanden in Kassel auf der Fulda die Deutschen Meisterschaften im Kanu-Marathonrennsport statt. Diese Meisterschaft ist Qualifikationskriterium für die Europa- und die Weltmeisterschaften im Marathon. Logistisch eine Herausforderung: So musste sich Marcel am Freitag direkt nach seinem Wildwasserrennen in Österreich ins Auto setzen und mit seinem Trainer und Vater Karl Paufler zurück nach Kassel fahren, um dort am Samstag um 11:30 Uhr für den Kajakeiner der Herren auf die 32,1 km lange Wettkampfstrecke (6 Runden á 5,3 km + 5 Portagen mit jeweils ca. 200m Laufstrecke) gehen zu können. Die Deutsche Kanu-Marathon-Meisterschaft war ein Rennen mit internationaler Beteiligung und gleichzeitig Süddeutsche Meisterschaft. Von Beginn des Rennens an fuhr Marcel ein hohes Streckentempo und so konnte er sich mit seinem Cousin Nico Paufler (KG München) bereits nach der ersten der sechs 5,3 kilometerlangen Runden vom Verfolgerfeld absetzen. Doch die beiden schenkten sich auch untereinander keinen einzigen Zentimeter, sondern hielten das Streckentempo kontinuierlich hoch und sprinteten permanent, in der Hoffnung, dass der jeweils andere doch vielleicht von der Welle fällt. Mal war in der Portage Marcel in Führung, mal war es Nico. Führungsarbeit auf der Strecke machte anfangs überwiegend Marcel, während Nico häufiger auf der Welle (im Radrennsport ist es der Windschatten) fuhr. Ein taktisches Pokerspiel. Jeder erhoffte sich durch Wellefahren eine Kraftersparnis, die er im Zielspurt einsetzen wollte. Es war beinahe ein Fotofinish, als die beiden nach 32,1 km und 2:07:35 Minuten gemeinsam ins Ziel sprinteten. Nico gewann diesen Zielsprint knapp mit 0,33 Sekunden Vorsprung vor Marcel. Ein spannenderer Zieleinlauf ist kaum denkbar auf dieser langen Strecke. Der Drittplatzierte, Matt Johnson (Great Britain) kam mit 3,5 Minuten Abstand ins Ziel, dicht gefolgt von Andreas Heilinger (ECST 2000 Raunheim).

 

Sven und Marcel Paufler - Deutsche Meister im Kajakzweier der Herren

Marcel hatte nur wenig Zeit, sich nach diesem kräftezehrenden Kajakeiner-Rennen zu regenerieren: Bereits am Sonntag früh um 9 Uhr war Start zum Kajakzweier der Herren von Marcel und seinem Bruder Sven über die 32,1 km. Nach den ersten 1000 Metern wurde das Rennen jedoch abgebrochen, weil sich drei Kajakzweier in Angelschnüren so verfangen hatten, dass sie nicht weiterfahren konnten. Alle Boote des Spitzenfelds befanden sich bereits kurz vor der ersten Wende und mussten zurück zur Startlinie. Die Jury entschied, dass das Rennen nun von 32,1 auf 26,5km (eine Runde weniger) verkürzt werden sollte aufgrund eines angekündigten Gewitters. Das eingespielte Brüderteam konnte sich dann nach dem zweiten Start bereits frühzeitig von der Konkurrenz absetzen, auch das britische Team mit Matt Johnson und Joe Petersen hatte dem hohen Streckentempo der Paufler-Brüder nichts entgegenzusetzen, so vergrößerte sich der Vorsprung der beiden kontinuierlich von Runde zu Runde. Schließlich überquerten sie ungefährdet die Ziellinie nach 1:41:57.57 Stunden. Die Silbermedaille ging an Thomas Kittner/Klaus Gieres (VKB/KRGB), Bronze an Daniel Berger/Eric Trocha (ESV Cottbus). Für Marcel und Sven bedeutet dieser Sieg zugleich die Qualifikation für die Europameisterschaften in Kroatien am 7./8. Juli und die Weltmeisterschaften am 8./9. September in Portugal, denn auch im Marathonrennsport qualifiziert sich der Deutsche Meister automatisch für die Nationalmannschaft.

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