3 Störtebeker bei Weltmeisterschaft Kanu-Marathon in Györ/Ungarn

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Martin Schubert und Sven Paufler zeigten sich nach der WM erschöpft aber zufrieden: In der Hochburg des Kanu-Marathons, dem ungarischen Györ, erkämpften sie sich im Kajakzweier der Herren Junioren über die Distanz von 22,2km in der Zeit von 1:29:19 Std. den 5. Platz. Gemeldet hatten in diesem Rennen 25 Mannschaften aus Marokko, Süd Afrika, Portugal, Argentinien, Australien, Groß Britannien, Dänemark, Italien, Slowakei, Spanien, Ungarn, Schweden, Ukraine, Norwegen und Polen. Favoriten waren die Ungarn, die nicht nur den Heimvorteil auf dem flachen Flussbett der Mosoni-Duna, einem Seitenarm der Donau, ausnutzen konnten, auch insgesamt dominierte die ungarische Mannschaft diese Weltmeisterschaft, indem sie mehr Medaillen gewannen, als alle anderen Nationalmannschaften zusammen. Entsprechend begeistert wurde die ungarischen Athleten von den heimischen Fans lautstark angefeuert. Organisation und Stimmung waren bei diesem Event unbeschreiblich, die beste Veranstaltung überhaupt. Während der Rennen wurden die Athleten von Drohnen begleiteten und gefilmt, so dass die Zuschauer auf der großen Leinwand und auch die Fans zu Hause live dabei sein konnten. Die hervorragenden ICF Kommentatoren (Zitat Stefan Gustafsson: „Ein guter Marathonathlet benötigt drei Fähigkeiten: Kraft, Ausdauer und … Intelligenz!“ vermittelten ein „Tour de France-Feeling“ und gaben allen das Gefühl, sie wären live mit dabei! Klasse! Mehr davon!!!

Beim Massenstart waren Sven und Martin anfangs nicht schnell genug und hatten große Probleme in dem „Kabbelwasser“ hinter den führenden Booten ins Rennen zu finden. An der ersten Wende lagen sie sogar nur an vorletzter Stelle. Insgesamt waren die 22,2km in 5 Runden (à 3,9km) mit jeweils einer Portage (= Umtragestelle von ca. 150-200m, die mit dem Boot laufend zu passieren ist) und einer kurzen Schlussrunde von 2,9km zu absolvieren. Die Portagen meisterten die erfahrenen Störtebeker-Junioren fehlerlos und konnten sich mit großem Kampfgeist und einer kräftezehrenden Aufholjagd bis auf den 5. Platz an die Spitze wieder heranarbeiten. Den Zielspurt gewannen sie mit einer halben Sekunde vor dem Boot aus Argentinien. Doch auch das norwegische Team, welches auf den vierten Rang fuhr, hatte letztendlich nur noch vier Sekunden Vorsprung vor den Bremern. Gold und Silber gingen an Ungarn, die Bronzemedaille an Groß-Britannien. Sehr respektabel: Zwei Tage zuvor war Sven bereits im Kajakeiner auf der gleichen Distanz gestartet und erreichte mit dem 14. Platz eine hervorragende Einzelplatzierung in diesem hochkarätigen Teilnehmerfeld.

In der Herren Leistungsklasse startete der 20jährige Marcel Paufler gemeinsam mit Felix Richter für Deutschland im Kajakzweier über die Distanz von 30km. Mit der Zeit von 1:58:07 Std. kamen sie unter die Top Ten der schnellsten Herren und belegten bei dieser Weltmeisterschaft den 9. Rang von insgesamt 29 gestarteten Booten. Whow!!! Die beiden U23-Athleten hatten dabei nach sieben Runden und sieben Portagen nur einen Rückstand von vier Minuten auf die Goldmedaillengewinner aus Ungarn. Beide waren überaus zufrieden mit diesem Resultat, waren sie doch das erste Mal in dieser Besetzung international am Start. Zudem beide auch noch ihr Rennen im Kajakeiner „in den Knochen“, in welchem Marcel zwei Tage zuvor bereits in der U23 über die Distanz von 26,1 Kilometern auf den hervorragenden 13. Rang gefahren war. Mit diesem Ergebnis war er allerdings nur bedingt zufrieden, er hatte sich persönlich mehr vorgenommen. Doch auch er hatte in dem großen Starterfeld von 35 Boote zunächst Probleme, sich gut zu positionieren und kämpfte sich dann aber von Runde zu Runde immer weiter nach vorne, für den Anschluss an die Spitzengruppe hat es dann aber nicht mehr ganz gereicht.

Die Mitschnitte der Rennen sind auf YouTube / Planet Canoe zu sehen:

K2 Herren Junioren:
(Sven und Martin haben die Bootsnummer 324), die Boote der italienischen und ukrainischen Mannschaften kentern beim Massenstart ….

K2 Herren Leistungklasse:
Gleicher Link, ab ca. 5:45:45 Start der Herren LK (Marcel und Felix haben die Bootsnummer 719, genau wie Sven und Martin fahren sie in einen rot/schwarzen Zweier)

Ergebnislisten

Die ICF-Kommentatoren Stefan Gustafsson (SWE, = Silbermedaillengewinner bei den Marathon-Weltmeisterschaften 1988, 1990 und 1992 im Kajakeiner der Herren) und Ivan Lawler (GBR, = 5 x Gold, 2, Silber bei der WM Kanu-Marathon, Weltmeister 1990 im K2 über 10.000m, Silber bei der WM 1989) haben hervorragende Arbeit geleistet und konnten den Zuschauern bzw. -hörern aufgrund ihrer eigenen Fachkompetenz viele taktische Finessen und Hintergrundinformationen spannend vermitteln. Was für eine Werbung für diesen tollen Sport, herzlichen Dank dafür!!!